Lügen und andere Wahrheiten
Tipp für Montag (12. Januar) & Mittwoch (14. Januar), 18.15 Uhr
Der nächste Film in der aktuellen Staffel „Filmkunst in Hessen“ lautet "Lügen und andere Wahrheiten". Der Film läuft am Montag (12. Januar) und Mittwoch (14. Januar) jeweils um 18.15 Uhr im Dillenburger Gloria-Kino.
Das ganze Leben ein Selbstbetrug - in Vanessa Jopps amüsantem Episodenfilm "Lügen und andere Wahrheiten" stolpern die Helden durch ihren verlogenen Alltag dem Glück entgegen. In Bremen trifft man sich gern bei Andi, dem Yogalehrer, und kommt ein bisschen zu sich. Vor seinem Studio machen die Widrigkeiten des Alltags einfach Halt. Zumindest möchte man das dem Mann gerne glauben, wie er da so hockt, im Lotussitz, und von "Wahrhaftigkeit" spricht. Deswegen (und auch, weil man dem Andi gern dabei zusieht, wie er die Stellungen vormacht und hofft, er möge auch die eigene Beckenposition etwas richten), treffen sich die Freundinnen Coco und Patti genau hier zum wöchentlichen Kurs.
Und Andis Studio, das ist auch Ausgangsort für Vanessa Jopps real-neurotischen Episodenfilm "Lügen und andere Wahrheiten". Denn dort auf dem Holzboden sitzt schon fast das gesamte Figurenpersonal des Films versammelt. Coco und Patti eben (Meret Becker und Jeanette Hain), auch Andi (Florian David Fitz), dazu die depressive Cindy (Lilith Stangenberg) und später auch Carlos (Thomas Heinze), Cocos Verlobter.
Zentrum dieses Arrangements ist aber nicht Gastgeber Andi, sondern Coco. Eine ziemlich verkniffene Zahnärztin mit Wohnung in direkter Nachbarschaft zur eigenen Praxis, die abends Namensschildchen für die baldige Hochzeit arrangiert oder die Werke von Künstlerfreundin Patti ausstellt, in der eigenen Praxis, natürlich.
Das alles klingt etwas schrecklich, etwas vergnüglich, aber eigentlich doch noch recht normal. Doch der Schein, wer hätte es gedacht, trügt. In "Lügen und andere Wahrheiten" haben sich die kleinen, aber fiesen Lügen tief ins Lebenskonzept der einzelnen Protagonisten gegraben.
Regisseurin Jopp geht es darum, jene faulen Teile zu sondieren, zu vergrößern und in Schwingung zu versetzen. Das generiert dann nicht nur Kettenreaktionen, sondern auch die eine oder andere großartige Szene. Wenn sich Patti beispielsweise mit Coco verkracht und kurz vor der Hochzeit doch noch einmal vorbeischaut, um wenigstens die Fürbitte loszuwerden, kann sie eine Wahrheit nicht länger unterdrücken: Coco und Carlos, das ist doch ein lächerliches Paar! Unfassbar, dass sie sich diese Show selbst abnehmen. Abgang.
Und so ganz falsch liegt Patti da nicht. Carlos, ein lebensfroher Immobilienmakler, fällt tatsächlich immer wieder aus der Rolle des braven Verlobten. Doch: Ist es nicht Coco, die etwas in Carlos sucht, das eigentlich nicht existiert? Der Arme versucht ja sein Bestes, gibt sogar sein Mobiltelefon freiwillig zur Kontrolle ab, um sich von Coco mit Fragen wie diesen quälen zu lassen: "Alex. Alex männlich oder weiblich?" Dabei übe sie sich doch nur im Vertrauen... Und, ach, mit Andi ist es auch nicht so weit her: dem Guru rutscht dann doch gern mal die Hand aus. Was wiederum Vera (Alina Levshin), Cocos Zahnarzthelferin, aus dem Hinterhalt beobachtet und Andi erpresst. Denn Vera wurde just gekündigt, und das, obwohl ihr Bruder gerade aus Russland angereist ist, um Geld für den schwerkranken Vater einzutreiben.
Reichlich komplex, diese Bremer Verknotung. Vanessa Jopp ist es allerdings zu verdanken, dass sich im Dickicht aller narrativen Kapriolen immer wieder Szenen ergeben, die einen Perspektivwechsel zulassen und die ein bisschen wie ein Tonikum wirken. Dann wird die ganze Brühe geklärt und wieder wird eine Wahrheit ans Licht gehievt. Meistens eine, der sich der Lügner zuvor nicht bewusst war. Und das ist gar nicht uninteressant.
Der Film ist freigegeben ab 12 Jahren. Es spielen Florian David Fitz, Jeanette Hain und Alina Levshin in einem Film von Vanessa Jopp.
» Trailer, Reservierungen und weiteres im Internet unter http://dillenburg.cineprog.net/index.php?knr=174&show=week&week=0&firstday=akt&target=detail&idf=24324
Islam und Sterbehilfe
Neues Heft der Dekanate bietet auf 48 Seiten ein umfassendes Programm zu aktuellen Themen - für alle Generationen... [mehr]
Schlüsselübergabe
Die Pfarrstelle in Herborn-Schönbach ist nach nur einem Jahr Vakanz zum 1. Februar mit Susanne Klein-Gessner wieder besetzt...[mehr]
Neu bei den Frauen
Conny Seckler ist aus der zweijährigen Elternzeit zurück: Die 31jährige Gemeindepädagogin wird auch das Dillenburger Dekanatsfrauenteam unterstützen...[mehr]
"Blind Date" verbindet
Spiele, Spaß und Sendung: Im Dekanat Herborn haben sich zehn Jugendliche aus den Gemeinden für die "JuleiCa" qualifiziert... [mehr]
"Wild West" auf der Burg
Wie lässt sich ein Kaktus stricken? Die „JuleiCa“-Schulung auf der Jugendburg Hohensolms sorgte für reges Treiben und viel Spaß. Dabei war es eine einwöchige Schulung ...[mehr]
Ein voller Erfolg
Über 60 Teilnehmer haben den Workshop „Lobpreis für die Gemeinde“ besucht. „Es zeigt, dass Lobpreis Jung und Alt im Gottesdienst verbinden kann“, sagt Dekan Jaeckle.[mehr]
Dillenburg ist bunt!
Aufruf zur Kundgebung: Am Samstag, 31. Januar, findet um 14 Uhr auf dem Wilhelmsplatz in Dillenburg eine Demonstration für Demokratie, Pressefreiheit und Toleranz statt...[mehr]
Wiedersehen in Sinn
Tipp für Sonntag, 1. Februar, 17 Uhr: Orgelkonzert mit Marcus Strümpe. Der aus Sinn stammende Kantor spielt berühmte Werke und lässt sich per Video beim Spielen zuschauen...[mehr]
Ökumene auf dem Sofa
Neues Konzept in Herborn für die ökumenische Vortragsreihe: Am 22. und 29. Januar sind Gäste eingeladen auf der Couch Platz zu nehmen ... [mehr]
Blick hinter die Hecke
Gemeinsam freizeiten, Abenteuer erleben mit anderen Kindern oder Jugendlichen: Der Freizeitflyer 2015 bietet eine Auswahl an verschiedenen Freizeitaktivitäten für Klein und Groß an...[mehr]
» Noch Fragen...?
Sie suchen Informationen, haben Anregungen?
» per E-Mail hier
Telefon: 0 27 72 / 58 34-200




















