Passionsmusik mal anders
Tipp für Sonntag, 24. März, 18 Uhr: Pärts Musik bewegt sich außerhalb des „mainstreams“, der Este gehört zu den meist aufgeführten und geschätzten Komponisten unserer Zeit...
Mit Arvo Pärts „Passio Domini nostri Jesu Christi secundum Joannem“(„Die Passion unseres Herrn Jesus Christus nach Johannes“) ist am Palmsonntag, 24. März, um 18 Uhr in der Herborner Stadtkirche ein besonders eindrucksvolles Werk der Gegenwart zu hören.
Der estnische Komponist Arvo Pärt reihte sich 1982 mit seiner Johannespassion in eine lange Tradition ein. Er ging dabei ganz eigene Wege in der musikalischen Ausdeutung der Leidensgeschichte Christi: So entstand Musik in äußerst ruhigem, konzentriertem, meditativem Stil, von der Vokalmusik des Mittelalters und der Renaissance sowie den orthodoxen Kirchengesängen beeinflusst. Dreiklänge und traditionelle Modi sind die Grundlemente seiner strengen und statischen musikalischen Sprache.
Er nennt seine Kompositionsweise „Tintinnabuli-Stil“: Der Begriff Tintinnabulum (lat.) nimmt auf das Läuten der Glocken Bezug, das für Pärt in der Dreiklangsführung der Stimmen repräsentiert ist. Seine Musik wirkt wie eine Insel der Meditation, wie ein Kloster der Klanglichkeit inmitten einer rastlosen Welt. Pärt selbst beschreibt sie wie Licht, das durch ein Prisma scheint: Für jeden Hörer klingt sie in anderer Weise und zeigt dabei wie ein akustischer Regenbogen das ganze Spektrum musikalischer Erfahrung.
Pärts Musik bewegt sich außerhalb des „mainstreams“, dennoch - oder gerade deswegen - gehört der Este zu den meist aufgeführten und geschätzten Komponisten unserer Zeit. Ein Vokal-Quartett mit Mona Debus (Sopran), Christa Löffler (Alt), Michael Mey (Tenor) und Andreas Balzer (Bass) singt in der Herborner Aufführung die Worte des Evangelisten und führt so durch das Passionsgeschehen.
Die Jesusworte singt Marek Rzepka (Bass), die Rolle des Pilatus übernimmt Mark Adler (Tenor). Die Worte der übrigen handelnden Personen und Gruppen singt der Kammerchor der Herborner Kantorei. Ein Instrumental-Quintett begleitet die Sänger. Es spielen mit Stephanie Breidenbach (Violine) weitere Mitglieder des Frankfurter Opern-und Museumsorchesters sowie Burkhard Zitzmann (Orgel). Die Leitung hat die Herborner Kantorin Regina Zimmermann-Emde. Gefördert wird dieses interessante Projekt durch die EKHN Stiftung.
» Eintrittskarten sind zum Preis von 12 Euro an der Abendkasse erhältlich. Schüler und Studierende haben freien Eintritt.
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