Bach trifft Schweitzer
Das Genie der Menschlichkeit würdigt ein „Orgel plus“-Konzert in der Schlosskirche Beilstein am Samstag, 4. Januar, 18 Uhr mit Hanno Herzler und Martha Schmidt...
Das kommende „Orgel plus“-Konzert in der Schlosskirche Beilstein würdigt den Arzt, Theologen, Komponisten und Orgelbauer. Albert Schweitzer ist bekannt geworden durch die Gründung des Busch-Krankenhauses in Lambaréné im zentralafrikanischen Gabun. Der Arzt war aber auch evangelischer Theologe und Organist. Der Elsässer veröffentlichte theologische und philosophische Schriften, er hat als Organist verschiedene Werke komponiert, insbesondere zu Johann Sebastian Bach.
An den Organisten, Musikwissenschaftler und Orgelbauer erinnert das „Orgel plus“- Konzert am Samstag, 4. Januar, 18 Uhr, in der Schlosskirche Beilstein. „Albert Schweitzer – Genie der Menschlichkeit“ ist das Orgel-Konzert mit Lesung übertitelt. Der Eintritt ist frei. Im Anschluss lädt die Evangelische Kirchengemeinde Beilstein-Rodenroth zum Kirchen-Bistro ein.
Hanno Herzler liest aus verschiedenen Schriften Albert Schweitzers und Martha Schmidt wird Werke von Johann-Sebastian Bach an der Orgel spielen. Schweitzers Ansichten zum Orgelspiel sind von seinen religiösen Vorstellungen nicht zu trennen. So schreibt er beispielsweise in Bezug auf die Wiedergabe von Orgelwerken im Konzertsaal: „Durch die Wahl der Stücke und die Art der Wiedergabe suche ich den Konzertsaal zur Kirche zu machen. [...] Durch ihren gleichmäßigen und dauernd aushaltbaren Ton hat die Orgel etwas von der Art des Ewigen an sich. Auch in dem profanen Raum kann sie nicht zum profanen Instrument werden.“
Albert Schweitzer war einer der für das 20. Jahrhundert stilbildenden Interpreten der Musik Johann Sebastian Bachs. Als einer der Hauptvertreter der sogenannten Elsässisch-Neudeutschen Orgelreform propagierte Schweitzer seit Anfang des 20. Jahrhunderts gegen die damals in Deutschland üblicherweise gebauten Instrumente einen neuen Orgeltyp: Diese Orgel sollte den ausgewogenen Plenum-Klang der französischen spätromantischen Orgel, die verschmelzungsfähigen Zungenstimmen der deutschen und englischen Romantik und den Obertonreichtum der alten klassischen Orgeln des Elsass (beispielsweise der „Silbermann-Orgeln“) miteinander verbinden.
Eine neue Spieltischgestaltung sollte die Logik und Übersichtlichkeit der französischen Spielanlage und die in Deutschland gebräuchlichen Spielhilfen vereinen (Deutsche und französische Orgelbaukunst und Orgelkunst. Leipzig 1906). Vor allem im Elsass wurden mehrere Orgeln nach Schweitzers Vorstellungen realisiert. Registerreiche Reformorgeln entstanden in St. Reinoldi, Dortmund (um 1909, 1943/44 zerstört), und in Sankt Michaelis, Hamburg (1912, V/P 163, nach Kriegsschäden 1943 durch den Neubau von 1962 ersetzt).
Schweitzers Vorstellungen von der Orgel galten nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs zunächst als weitgehend überholt. Mit der erneuten Wertschätzung der Orgel des 19. Jahrhunderts, mit der Begeisterung für Orgelbau und Orgelmusik der französischen Spätromantik seit den 1970er Jahren zeigen besonders im deutschsprachigen Raum viele Orgelneubauten, die eine Synthese verschiedener historischer Stilelemente anstreben, eine Nähe zu Schweitzers Vorstellungen.
Schweitzer wirkte bewusstseinsbildend für die wachsende Wertschätzung alter Orgeln im frühen 20. Jahrhundert. Auch in der Zeit seines Wirkens in Afrika setzte er sich immer wieder für die Erhaltung historischer Instrumente ein und begleitete Neubauten mit seinem Rat.
» Bilder oben:
In der Evangelischen Thomaskirche in Straßbourg steht diese Albert Schweitzer-Orgel in Erinnerung an den Orgelbauer und Komponisten.
Albert Schweitzer als Doktor des Buschkrankenhauses Lambaréné in Gabun.
Markanter Schnurrbart und Tropenhelm: Die Büste von Albert-Schweitzer steht im Museum Kaysersberg im Elsass.
FOTOS: BECKER-VON WOLFF
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